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Frauen im Management: UPC macht es vor

Frauen im Management von Tech Firmen: UPC macht es vor

Der Bund hat einer Frauenquote zugestimmt: 30 Prozent Frauen sollen im Parlament präsent sein, 20 Prozent in der Geschäftsleitung von Firmen über 250 Mitarbeitenden.

Momentaner Stand der 100 grössten Firmen der Schweiz: nur 9 Prozent und in über der Hälfte keine Frau in der Geschäftsleitung.

Ein Grossteil der Schweizer Firmen muss sich somit aktiv um die Erhöhung der Frauen im Management bemühen, um die Quote erfüllen zu können.

UPC Schweiz übertrifft mit 30 Prozent Frauenanteil in der Geschäftsleitung die 20 Prozent-Vorlage deutlich. Severina Pascu ist eine der wenigen Frauen an der Spitze einer Schweizer Firma und mit Helia Burgunder, Nadine Zollinger und Steffi Buchli werden wichtige Funktionen wie Sales und Customer Care, Personalmanagement und die Rechtsabteilung, wie auch das bekannte Sportprogramm MySports von Frauen geführt. Dabei gibt es bei UPC keine offiziellen Richtlinien, wenn es um vorgegebene Frauenquoten oder spezifische Frauenförderungsprogramme geht.

Wieso sind bei UPC so viele Frauen im Management?

Severina Pascu und Nadine Zollinger haben beide vor über 10 Jahren bei UPC angefangen und eine steile Karriere gemacht. Severina Pascu zuerst als CFO für UPC Rumänien, zwei Jahre danach CEO von Rumänien und CEO von UPC CEE. Seit einem Jahr ist die Mutter von zwei Kindern im Schulalter CEO von UPC Schweiz. Die Juristin und dreifache Mutter Nadine Zollinger arbeitete als General Counsel bei UPC und übernahm 2019 zusätzlich zur Rechts- und Regulatoryabteilung auch die Personalabteilung.

Wir wollten von Severina Pascu und Nadine Zollinger wissen, was UPC richtig gemacht hat, damit sie diese Karrieren durchlaufen konnten:

Severina Pascu: „In Rumänien, wo ich meine Karriere begonnen habe, ist es gesellschaftlich anerkannt, dass Frauen auch als Mütter arbeiten und dass wirklich jede Arbeit, die ein Mann macht, auch von einer Frau ausgeführt werden kann. Bei UPC fühlte ich mich nie benachteiligt und meine Karriere verlief sehr natürlich, da vor allem die Leistung und die Kompetenz zählten.“

Nadine Zollinger: „Ich fühlte mich von UPC stets gefördert und ich spürte, dass meine Vorgesetzten immer an mich glaubten. Das hat sich auch durch meine Babypausen nicht geändert. Mir wurde jedes Mal die Zeit gegeben, die ich brauchte, um mich neu zu orientieren, ohne mich dabei bei den Entwicklungsmöglichkeiten einzuschränken oder die Verantwortung zu reduzieren. Bei drei Kindern ist das keine Selbstverständlichkeit und ich bin sehr dankbar dafür. Umso motivierter kam ich jedes Mal vom Mutterschaftsurlaub zurück.

Natürlich ist es eine Frage der Organisation und der Unterstützung. Dabei habe ich nicht nur die Hilfe von meinem Arbeitgeber erhalten, auch mein Mann leistet hier einen riesigen Beitrag, indem er stets hinter mir steht und mich bei der Kinderbetreuung unterstützt.“

Frauen im Management

Erfolgskonzept: flache Hierarchien, Teilzeit und Home-Office

Die Mitarbeiter als Investition zu sehen ist zentral. UPC versteht es, eine Umgebung zu schaffen, in der Frauen sich generell wohl fühlen und motiviert nach der Babypause zurück kommen: Flache Hierarchien, eine auf Output orientierte Unternehmenskultur sowie vielfältige Teams, auch was Nationalität, Alter und Geschlecht angeht. Was zählt, ist die Leistung und nicht die Anzahl Stunden im Büro. Aus diesem Grund gibt es auch viele Frauen in einer Führungsposition, die Teilzeit arbeiten. Flexible Arbeitszeiten, die Möglichkeit Home Office zu machen und moderne Technologien ermöglichen es Müttern, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. Für die meisten Mitarbeiter ist es eine Selbstverständlichkeit, dass viele Eltern um 16 Uhr nach Hause gehen, um die Kinder von der Krippe zu holen und oftmals später am Abend weiter arbeiten.

Diese Tatsachen sind auch Helia Burgunder und Steffi Buchli aufgefallen. Sie traten der UPC nach langjährigen Karrieren in anderen Unternehmen bei. Die dreifache Mutter Helia Burgunder war 24 Jahre bei einem Konkurrenten von UPC und unter anderem für die Bereiche Customer Service, Retail und Sales zuständig. Steffi Buchli, Mutter von einer Tochter, war 13 Jahre beim SRF und eines der Aushängeschilder im Sportbereich.

Helia Burgunder: „Diskussionen im geschlechtsneutralen UPC Führungsteam werden anders geführt und hinter meiner Meinung steckt nicht primär die einer Frau, sondern einfach die Meinung von Helia. Frauen werden bei UPC nicht mit Samthandschuhen angefasst und auch nicht bevormundet, das gefällt mir hier. Im Vordergrund steht die Leistung und die Motivation.”

Weiter sind für Helia Burgunder diverse Teams sehr wichtig und auch viele Studien bestätigen, dass Unternehmen mit einer hohen Durchmischung durchschnittlich bessere Leistungen bringen. Wichtig ist ein guter Mix – nicht nur in Bezug auf Frauen und Männer – damit verschiedene Führungsstile, unterschiedliche Denkweisen und Werte gelebt werden. Diese helfen, ein Unternehmen in allen Bereichen weiter zu bringen und sich in alle Kundengruppen hineinversetzen zu können. Dabei geht es über reine Frauenförderprogramme oder die Einführung von Diversity-Quoten hinaus. Wenn eine Firma ernsthaft an der „Inclusion“ arbeitet und die Akzeptanz von Vielfalt fördert, wird das die Unternehmenskultur enorm bereichern.

Steffi Buchli war positiv überrascht, dass bei den ersten Gesprächen mit UPC niemand nach der Betreuung ihrer Tochter gefragt hatte. Vor allem, weil ihre Wiedereingliederung in die Arbeitswelt nach der vom Staat vorgesehenen Babypause in der Öffentlichkeit nicht von allen als ideal gewertet wurde.

Eric Tveter, der damalige CEO, wusste, dass sie gerade Mutter geworden war, als die Gespräche um MySports anfingen, dies wurde aber nie als Problem gesehen. Steffi war auch begeistert, als sie bei UPC so viele starke weibliche Führungskräfte kennen lernte, die ganz selbstverständlich mehrfache Mütter waren und sich nicht rechtfertigen mussten, in einem 100-Prozent-Pensum zu arbeiten.

Im Kontrast dazu stehen solche Erfahrungen: „Bei Events an Abenden wurde ich oft gefragt, wo denn meine Tochter sei. Das erstaunte mich dann immer, da die Männer schliesslich auch Kinder haben und nie danach gefragt werden.“

Die UPC Frauen sind sich bei einem Punkt einig: Um sich 100 Prozent auf die Arbeit konzentrieren zu können, braucht es ein Umfeld, auf das man sich verlassen kann und vor allem Ehemänner, die am gleichen Strick ziehen und die Karriere der Ehefrauen unterstützen. Ohne zuverlässigen Partner geht es nicht.

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